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Brügelmann Textilien GmbH & Co. KG

Eine Chronik von Beständigkeit
und Wandel von 1820 bis heute

Die Anfänge und Familiäre Verbundenheit

Am 04. Mai 1820 legte Friedrich Wilhelm Brügelmann den Grundstein für das Unternehmen, das heute als Brügelmann Textilien GmbH & Co KG bekannt ist. Seine unternehmerische Reise begann mit der Gründung eines Gerbereibetriebs, der sich zunächst auf die Verarbeitung von Wildhäuten konzentrierte. Mit der Zeit wandte er sich jedoch mehr und mehr der Woll- und Baumwollspinnerei zu, um den sich ändernden Marktbedürfnissen gerecht zu werden. Im Jahr 1833 erwarb Friedrich Wilhelm ein Haus in der Mühlengasse 7 im historischen Kaufmannsviertel von Köln. Dieser Schritt markierte den Beginn einer Phase erheblicher Expansion und Modernisierung für das Unternehmen. Die enge Verbundenheit zwischen Familie und Unternehmen prägte das Wesen von Brügelmann über die Jahrhunderte hinweg. Sparsamkeit war ein grundlegendes Prinzip im Hause, wobei das Wohl des Unternehmens stets oberste Priorität hatte und alle anderen Angelegenheiten, einschließlich familiärer Belange, diesem untergeordnet wurden. Die Kinder des Gründers waren alle aktiv im elterlichen Geschäft tätig, was die Kontinuität und den familiären Zusammenhalt innerhalb des Unternehmens weiter stärkte. Sein Onkel Johann Gottfried Brügelmann erlangte jedoch den größten Bekanntheitsgrad der Familie. Er gründete die erste vollmechanische Baumwollspinnerei auf dem Kontinent, ein Meilenstein in der industriellen Revolution. (Weitere Informationen hierzu finden Sie im LVR Industriemuseum, Textilfabrik Cromford oder unter folgendem Link )

Krisen und Wandel

Nach dem plötzlichen Tod von Friedrich Wilhelm Brügelmann am 20. Mai 1842 wurde die Zukunft des Unternehmens von einer unerwarteten Wendung geprägt. Frau Caroline und ihre beiden Söhne übernahmen die Geschäftsführung. Am 11. Mai 1848 wurde zwischen Mutter und Söhnen der erste offizielle Firmenvertrag unterzeichnet, und nur einen Tag später erfolgte die Umbenennung des Unternehmens in „Friedrich Wilhelm Brügelmann Söhne (FWBS)“. Die anschließende Phase der Umstrukturierung fiel in eine Zeit des allgemeinen konjunkturellen Niedergangs kleinbetrieblicher Baumwollspinnereien. Auch Brügelmann wurde nicht verschont. Die Krise zwang das Unternehmen, sich neu zu orientieren.

Expansion und Turbulenzen

Mit dem Eintritt der dritten Generation begann für Brügelmann ein Neuanfang. Die Familie war entschlossen, das Erbe fortzuführen und das Unternehmen in eine neue Ära zu führen. In den 1880er Jahren machte Brügelmann einen bedeutenden Entwicklungsschritt durch die Erweiterung des Warensortiments und das Engagement im Fabrikationsbereich. Dies markierte einen wichtigen Wendepunkt in der Firmengeschichte. Die Kriegszeit brachte jedoch große Herausforderungen mit sich. Die Besatzung des Rheinlands durch die Alliierten und deren siebenjährige Herrschaft verursachten Unsicherheit. Dennoch setzte Brügelmann auf Expansion und stärkte seine Marktpräsenz.

Wachstum und Herausforderungen

Nach Kriegsende setzte eine schleichende Inflation ein, was für den damaligen Geschäftsführer Dietrich Brügelmann eine enorme Herausforderung darstellte. Trotz dieser schwierigen Bedingungen wurden wichtige Weichenstellungen für die Zukunft vorgenommen. Es wurden Erweiterungsbauten und ein Neubau in Deutz geplant und umgesetzt. Aufgrund der Abgrenzung des von den Alliierten besetzten Gebiets vom Rest Deutschlands musste der Großhändler alternative Lösungen finden. Die naheliegende Option bestand darin, Zweigniederlassungen zu eröffnen. Im Jahr 1923 wurden Filialen in Dortmund und Frankfurt eröffnet, was den Grundstein für ein Filialsystem legte, das sich in den folgenden Jahrzehnten schrittweise, wie ein Netz über weite Teile Deutschlands ausbreitete. Doch dann traf die Weltwirtschaftskrise das Unternehmen schwer, was zu einem drastischen Umsatzeinbruch führte. Die schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen zwangen Brügelmann erneut zu Anpassungen, die jedoch durch die bereits getroffenen Maßnahmen und die Filialstruktur abgefedert wurden. Im Jahr 1933, als die Nationalsozialisten an die Macht kamen, herrschte im Hause Brügelmann Uneinigkeit. Es gab keine einheitliche Überzeugung in Bezug auf die nationalsozialistische Ideologie. Vielmehr wurde ein Anpassungskurs verfolgt, um die Interessen des Unternehmens zu wahren. Trotz der politischen Turbulenzen setzte Brügelmann auf Expansion und stärkte seine Präsenz auf dem Markt. Die Einrichtung eines Zentrallagers in Deutz und die Eröffnung einer Strickerei in Breyell markierten wichtige Schritte, um sich aus der Kölner Altstadt heraus zu entwickeln. Während der ersten Kriegsjahre erlebte das Unternehmen einen steilen Anstieg, doch ab 1943 folgte der Fall. Zwischen 1942 und 1944 wurden das Haus in der Mühlengasse und vier Filialen Opfer von Bombenangriffen der Alliierten. Nur die Deutzer Räumlichkeiten blieben von der totalen Zerstörung verschont. Mit dem Eintritt der fünften Generation begann ein geschäftlicher Neubeginn, der den Aufbau der zerstörten Betriebsstätten umfasste. Brügelmann entwickelte sich zu einem der größten kontinentalen Textilgroßhändler.

Neue Generationen und Zukunftsausblick

In den siebziger Jahren sah sich Brügelmann einer ernsten Krise gegenüber, obwohl das Unternehmen inzwischen stolze 3000 Beschäftigte zählte. Die fünfte Generation trat in Form von drei gleichberechtigten Teilhabern auf, die jedoch unterschiedliche Vorstellungen zur zukünftigen Ausrichtung des Geschäfts hatten. Interne Meinungsverschiedenheiten führten zu einer Blockade innerhalb des Unternehmens.

Modernisierung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Um dieser Krise zu begegnen, entschied sich Brügelmann im Jahr 1976 zum Umzug nach Deutz und eröffnete eine beeindruckende 10.000 Quadratmeter große Verkaufshalle. Damit verabschiedete sich das Unternehmen endgültig vom Stammhaus in der Mühlengasse. Trotz dieser schwierigen Zeiten, die mit Filialschließungen einhergingen, fand Brügelmann allmählich ruhigere Gewässer.

Während zahlreiche namhafte Konkurrenzfirmen in dieser Zeit pleite gingen, trotzte Brügelmann der Krise und konnte eine ungestörte geschäftliche Entwicklung verzeichnen, wenngleich Konflikte innerhalb der Familie auftraten. Die Stämme Gerd und Jan entschieden sich schließlich, sich vom dritten Familienstamm zu trennen, sodass nun nur noch zwei Stämme verblieben und die volle Handlungsfreiheit wiedererlangt wurde.

Um ein neues Standbein aufzubauen, investierte Brügelmann in den Kauf und die Vermietung von gewerblichen Immobilien, was einen wichtigen Schritt zur Diversifizierung und Stärkung der Unternehmensstruktur darstellte.

Die sechste Generation von Brügelmann, vertreten durch Helmut Brügelmann, spielte eine maßgebliche Rolle bei der Entwicklung des Brügelmann-Objekt-Services (BOS). Dieser Service richtete sich vor allem an gewerbliche Abnehmer, Industriebetriebe, Hotels, Gaststätten sowie soziale Einrichtungen Krankenhäuser und Altenheime.

Mit dem Eintritt der siebten Generation im Jahr 2019 erfolgte die Ausgründung von Brügelmann Textilien aus dem Immobilienverwaltungsunternehmen. Erstmals wurde mit Frau Giovanna Policastro-Castiglia eine externe Geschäftsführerin angestellt, was einen bedeutenden Schritt für die Unternehmensführung darstellte.

Da es innerhalb der siebten Generation unterschiedliche Interessen unter den Gesellschaftern gab, erwarb Lena-Theresa Förster, Tochter von Helmut Brügelmann, die Unternehmensanteile des zweiten Stammes. Dadurch lag die Kontrolle über das Unternehmen nun vollständig in den Händen von Helmut Brügelmann und seiner Tochter Lena-Theresa Förster. Mit dem Umzug in moderne Geschäftsräume in Köln-Porz demonstrierte Brügelmann Textilien sowohl seine Anpassungsfähigkeit als auch seine Zukunftsausrichtung.

Zukunftsausblick

Brügelmann Textilien GmbH & Co. KG hat über zwei Jahrhunderte hinweg gezeigt, dass Anpassungsfähigkeit und Beständigkeit die Schlüssel zum langfristigen Erfolg sind. Nur wenige Unternehmen können auf eine so reiche Geschichte der kontinuierlichen Erneuerung und des Wachstums zurückblicken. Unsere umfangreiche Erfahrung und unser tiefgehendes Know-how ermöglichen es uns, auf die Bedürfnisse unserer Kunden einzugehen und innovative Lösungen zu entwickeln. Wir freuen uns auf die Zukunft und arbeiten kontinuierlich an neuen Produkten und Services!

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